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Muss ich das vertreten, was die Kirche sagt?

Sie sind als Religionslehrer/in nicht bei der Kirche angestellt. In vielen Landeskirchen werden Sie zwar von der Kirche besonders beauftragt, aber das heißt nicht, dass Sie zu allem Ja und Amen sagen müssen. In der evangelischen Kirche gilt das "Priestertum aller Gläubigen" - auch für Religionslehrer/innen, und daher muss jede Religionslehrerkraft prüfen, was sie mit sich und ihrem Gewissen vereinbaren kann. Aber das schließt nicht aus, sondern ein, dass Religionslehrer/innen als evangelische Christen - und damit auch als Christen in dieser evangelischen Kirche mit ihren konkreten Gemeindestrukturen - erkennbar bleiben müssen.

So wenig eine Religionslehrkraft die eigene Kirche, ihr Tun und Denken in der Vergangenheit und in der Gegenwart, wider besseres Wissen verteidigen sollte, so sehr gehört es zu seiner Glaubwürdigkeit auch für die Schüler/innen, dass er identifizierbar ist; dass er nicht für eine freischwebende Spiritualität einsteht, sondern für eine durch und durch menschliche - und damit auch fehlerhafte, brüchige und beschädigte - Gemeinschaft ohne Glorienschein und Göttlichkeitsnimbus. Diese Kirche gibt keine Perfektionsparolen aus und beansprucht keine moralische Unantastbarkeit. Deshalb müssen auch Religionslehrer/innen nicht perfekt sein und brauchen auch keine Angst vor der eigenen Meinung zu haben. Und das ist gut so.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 15. August 2017 08:52