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Ist das Studium anders als andere Studienfächer?

Ja und Nein.

Nein, weil die Evangelische Theologie sich als Wissenschaft versteht und daher wissenschaftliche Erkenntnismethoden verwendet werden, wie sie auch in anderen Wissenschaften üblich sind. Das Christentum ist von seinen Anfängen an eine geschichtliche Größe und deshalb braucht man historische Methoden, um diese Geschichte zu erfassen. Die Kirche ist eine Institution in der Gesellschaft: Ohne empirische soziologische Methoden wird man viele Zusammenhänge nicht verstehen können. Die Christen und ihre religiösen Motive und Anschauungen - hier braucht man religionspsychologisches Handwerkzeug.

Aber das ist nicht alles. Und deshalb lautet der zweite Teil der Antwort:

Ja, das Studium der Theologie ist anders, weil ihr zentraler "Gegenstand" nicht in derselben Weise verfügbar ist wie die Gegenstände in anderen Wissenschaften. "Theologie" ist dem Wortsinn nach das "Reden von Gott" oder genauer: Theologie prüft und klärt, wie von Gott (und damit auch vom Menschen) angemessen geredet werden kann. Damit nimmt die Theologie im Konzert der Wissenschaften eine Sonderstellung ein. Sie ist ein riskantes Unternehmen, weil sie ihren "Gegenstand" von vornherein voraussetzen muss, obwohl oder besser: gerade weil er nicht erweisbar ist. Und diese Grundvoraussetzung bedingt auch die Eigentümlichkeit der theologischen Wissenschaft: Sie ist ein permanenter Frageprozess, in den die Studierenden und die Lehrenden selbst verwickelt sind, weil sie immer schon mit ihrem Leben, ihrem Denken und Handeln von dieser Frage nach Gott berührt sind.

Und schließlich: Es geht nicht nur um die Themen und Probleme des wissenschaftlichen Nachdenkens und nicht nur um die an diesem Prozess Beteiligten, sondern auch um die Handlungszusammenhänge, in denen das Wort "Gott" zur Sprache kommen soll: die Kirche, die Gesellschaft und - den Religionsunterricht.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 15. August 2017 08:52