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Wie wird in der Theologie gearbeitet?

Theologie befasst sich in der Hauptsache mit TEXTEN. In allen Disziplinen kommen Texte in unterschiedlichen Spielarten vor.

In den Disziplinen Altes Testament, Neues Testament und Kirchengeschichte geht es um überlieferte Texte, in den Disziplinen Systematische Theologie und Ethik stehen oft aktuelle, zeitgenössische Texte im Mittelpunkt und in der Religionspädagogik werden z. B. auch Texte von Kindern und Jugendlichen untersucht. Und entsprechend vielfältig sind die METHODEN, mit denen solche Texte analysiert und interpretiert werden. Solche Methoden werden Sie im Laufe des Studiums erlernen. Aber manches wird auch vorausgesetzt. Deshalb ist es wichtig, sich gerade zu Anfang des Studiums solide Methodenkenntnisse anzueignen, um später selbstständig damit arbeiten zu können.

Die unterschiedlichen FORMEN der theologischen Arbeit werden Sie bald kennen lernen:

VORLESUNGEN führen in eine zusammenhängende Thematik ein, geben Überblicke und orientieren über Grundfragen der Teilgebiete.

PROSEMINARE führen in die Methode der einzelnen Fachgebiete ein und haben das Ziel, dass die Studierenden diese Methoden an wichtigen Themen und Texten selbst anwenden können.

SEMINARE dienen der komplexen wissenschaftlichen und didaktischen Erarbeitung eines Themas und sollen die Studierenden in die Lage versetzen, in der kritischen Auseinandersetzung mit Forschungsergebnissen ihren eigenen Standpunkt zu finden und ihn argumentativ zu vertreten.

GRUNDKURSE sind Veranstaltungen, die speziell für Studienanfänger angeboten werden. Sie führen in grundlegende Fragestellungen der verschiedenen Teilgebiete ein und vermitteln Überblickswissen. (Je nach Studienort können Grundkurse auch die Aufgabe von Proseminaren übernehmen.)

ÜBUNGEN dienen der Ergänzung von Vorlesungen oder der vertieften Beschäftigung mit einzelnen Inhalts- und Themenbereichen.

KOLLOQUIEN dienen der kontroversen Diskussion und Bearbeitung von komplexen Ansätzen und Grundfragen. Sie setzen einen Überblick über den Stand der Forschung zu einem Themenzusammenhang voraus und sind daher in der Regel Studierenden des Hauptstudiums bzw. Prüfungskandidaten vorbehalten.

In den PRAKTIKA wird - oft auch semesterbegleitend - Unterricht im Fach Evangelische Religionslehre vorbereitet, durchgeführt und reflektiert.

EXKURSIONEN können im Zusammenhang mit Lehrveranstaltungen oder als eigenständige Lehrveranstaltung angeboten werden. Sie dienen der didaktischen Erschließung von Themen durch den Besuch von Einrichtungen, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten u. a.

INTERDISZIPLINÄRE SEMINARE UND PROJEKTE können insbesondere das fachübergreifende Lernen fördern oder Themen der wissenschaftlichen Ausbildung mit der Berufspraxis verschränken. Sie fördern die Selbständigkeit und Kooperationsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

In INHALTLICHER HINSICHT werden Sie von der Fülle der angebotenen Themen zunächst erschlagen sein. Was für Sie wichtig ist und was Sie eher vernachlässigen können, werden Sie erst nach und nach herausbekommen. Bedenken Sie, dass es selbst für einen Lehrenden im Fach Evangelische Theologie heute nicht mehr möglich ist, einen Gesamtüberblick über die Theologie in allen ihren Verästelungen zu bekommen. Die einzelnen Disziplinen und ihre Vertreter/innen haben sich immer mehr spezialisiert, so dass nicht selten gerade für Anfänger der Eindruck entsteht, als zerfalle die theologische Arbeit in eine zusammenhanglose Fülle von Details und Einzelergebnissen. Umso notwendiger ist es, selbst einen Roten Faden zu knüpfen, der Ihnen im Laufe des Studiums eine immer bessere Orientierung ermöglicht.

Für Lehramtsstudierende ist es unumgänglich, aus dem vielfältigen Angebot solche Veranstaltungen auszuwählen, die exemplarische Qualität haben. Sie können schon wegen Ihres zweiten bzw. dritten Faches kein umfassendes Wissen erwerben, sondern müssen sich darauf beschränken, an Beispielen Einsichten und Fähigkeiten zu erwerben, die Sie in Ihrem späteren Beruf erweitern und auf andere thematische Bereiche übertragen können. Deshalb spielen auch Überblicksveranstaltungen eine wichtige Rolle im Lehramtsstudium. Statt hochspezialisiertes und ausdifferenziertes Wissen sollen solche Veranstaltungen Überblicke über zentrale Sachgebiete der theologischen Disziplinen vermitteln und damit den Studierenden zu einem fundierten Grundwissen und zu Orientierungen über Probleme, Fragen und Themen der Theologie verhelfen.

Ein Tipp: Es kann nicht schaden, wenn Sie zu Anfang des Studiums einmal Einblick nehmen in die Lehrpläne und Schulbücher, die für Ihr Lehramt gelten. Nicht, dass Sie nun alle Studienentscheidungen davon abhängig machen sollten, ob sie für ihre künftige berufliche Tätigkeit "verwertbar" sind - das wäre eine sehr kurzschlüssige Anlage des Studiums! Aber Sie sollten sich einen Einblick in Themen, Fragen und Probleme verschaffen, mit denen Sie später als Religionslehrer/in konfrontiert werden. Und vor diesem Hintergrund werden Sie dann auch begründeter entscheiden können, ob Sie diese oder jene Lehrveranstaltung besuchen.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 15. August 2017 08:52