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Was will eigentlich die Evangelische Theologie?

Kennen Sie Bertold Brechts Geschichten von Herrn Keuner? Nein? Hier ist eine von ihnen:

"Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.
Herr K. sagte: "Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott."

Was hier passiert ist Theologie: Es geht um die Frage nach Gott, es geht darum, ob das Reden von "Gott" Auswirkungen auf das konkrete Verhalten des Menschen hat, es geht letztlich darum, wie "notwendig" Gott für den Menschen ist - alles Fragen, mit denen auch die Evangelische Theologie zu tun hat.

Ob Sie zu demselben Ergebnis wie Herr K. kommen wird oder ob nicht auch ganz andere Beziehungen zwischen Gott und dem Menschen denkbar sind, mag offen bleiben. Aber Theologie bemüht sich darum zu klären, ob und wie menschliches Reden von Gott sinnvoll und sachgemäß ist. Sie ist eine kritische Instanz gegenüber allen religiösen Lebensformen und Lebensäußerungen von Christen und Kirche. Aber sie muss auch ihr eigenes Reden und Arbeiten immer wieder selbstkritisch daran prüfen, ob es für Christen und Kirche, für den Religionsunterricht und für die Diakonie, für die weltweite Ökumene und für die Gesellschaft hilfreich und evangelisch ist. Evangelisch in dem Sinn, dass Gottes befreiende gute Nachricht für die Welt zur Sprache kommt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 15. August 2017 08:52